Die häufigsten Vorurteile zu Essstörungen

Essstörungen sind in unserer Gesellschaft leider keine Seltenheiten mehr. Vorurteile oder falsche Überzeugungen findest Du wie Sand am Meer. In einigen Fällen kann das sogar die Therapiewirkung beeinträchtigen, wenn die Betroffenen falsch informiert sind. SHAPE WORLD zeigt Dir Die häufigsten Vorurteile zu Essstörungen.

Vorurteile zu Essstörungen

Rund um das Thema Essstörungen bestehen viele Unklarheiten und Missverständnisse. Aus diesem Grund wird die Krankheit sehr oft erst spät diagnostiziert. Ein äußerst ungünstiger Umstand, denn je eher die Störung erkannt wird, desto größer ist die Chance auf Heilung.

In der ersten Analyse sind es Probleme, die das Verhältnis zum Essen beeinflussen. Es gibt eine Vielzahl von konfliktreichen Beziehungen mit Lebensmitteln, die von Anorexia nervosa bis Bulimie, von Binge Eating bis hin zu Fettleibigkeit reichen. Es wird oft angenommen, dass diejenigen, die eine Essstörung haben, eine psychische Störung oder familiäre Probleme haben.

Welche Esstörungen gibt es?

Es gibt viele Übergangsformen. Und es gibt auch Essstörungen, die sich keiner dieser Gruppen klar zuteilen lassen. Dann spricht man von einer «nicht näher bezeichneten» Essstörung.

Magersucht (Anorexia nervosa)

Anorexia nervosa oder Magersucht ist durch eine freiwillige Essensreduktion gekennzeichnet. Dadurch magern die Betroffenen extrem ab. Das Körpergewicht liegt mindestens 15 Prozent unter dem normalen Gewicht bzw. der Body-Mass-Index (BMI) unter 17,5. In vielen Fällen ist die sehr starke Abmagerung lebensbedrohlich. Zu den Folgen von einseitiger Ernährung und dem Gewichtsverlust zählen: Wassereinlagerungen im Gewebe, trockene Haut, Verstopfung, Blutarmut, Knochenschwund, Zahn- und Nierenschäden, Herzrhythmus- und Hormonstörungen.

Bulimie

Dieses Krankheitsbild wird durch wiederholtes Auftreten von Fress- oder Heißhungerattacken charakterisiert. Um die Kalorienzufuhr rückgängig zu machen, wird das Gegessene wieder erbrochen, z. B. indem man sich den Finger in den Hals steckt. Häufig ist ebenso der Gebrauch von Appetitzüglern und übertriebener körperlicher Aktivität für die Betroffenen üblich. Das Körpergewicht dieser PatientInnen ist meist normal bis schlank.

 Binge-Eating-Störung (Esssucht)

Die Binge-Eating-Störungen sind Essattacken mit Kontrollverlust, die durch wiederkehrende Essanfälle gekennzeichnet sind, allerdings werden keine gewichtsreduzierenden Maßnahmen vollzogen. Die Kalorienzufuhr wird nicht regelmäßig durch Erbrechen, Hungern oder exzessiver körperlicher Aktivität ausgeglichen. Aufgrund der Essattacken neigen die Betroffenen häufig zu Übergewicht.

Die häufigsten Vorurteile zu Essstörungen

Esstörung ist gleich Magersucht

Wie wir gerade gesehen haben, gibt es nicht nur die Anorexie (Magersucht) als Essstörung. Beides wird jedoch oft in einen Topf geschmissen. Es gibt unzählige Arten von Erkrankungen dieser Art, die jeweils unterschiedliche Behandlungsmethoden benötigen.

Binge-Eating ist keine Krankheit

Vielleicht kennst Du den ein oder anderen: Er kann mehr essen, als er überhaupt Hunger hat. Aber es ist kein bloßes „Vollfressen“ von zwei Pizzen oder Chips auf der Couch. Die Krankheit sieht viel ernster und fällt in viel größeren Mengen aus. Binge Eating stützt sich oft auf psychische Ursachen. Man verlernt den gesunden Umgang mit der Ernährung, weil Essen plötzlich für etwas anderes steht – Freude, Wut, Trost. Es ist die Handlung der Nahrungsaufnahme, die sich zur Sucht entwickelt.

Bulimie und Magersucht ist doch dasselbe

Bei Bulimie führt der Patient echtes Binge-Eating durch, gefolgt von selbstinduziertem Erbrechen und intensiver körperlicher Aktivität. Bei einer Anorexie neigt der Patient dazu, wenig oder nichts zu essen. Zudem empfinden Bulimiepatienten die Symptome der Erkrankung als lästig und bitten daher fast immer um Hilfe. Im Gegenteil dazu wird Anorexie eher positiv erlebt und erschwert die Behandlung, da die Patienten oft keine Hilfe zulassen möchten.

Betroffene möchten nicht geheilt werden

Menschen, die an einer Essstörung leiden, wollen geheilt werden. Das Problem ist, dass sie es nicht alleine schaffen. Sie sind überwältigt von der Belastung ihres eigenen inneren Unwohlseins. Sie fragen oft nicht nach Hilfe und die Signale sind oft unklar. Diese Menschen sind sich bewusst, dass sie die Kontrolle über ihren Körper haben – aber das ist es nicht. Der Wunsch nach Heilung muss jedoch immer vom Bewusstsein des Patienten ausgehen. Man muss ihnen Unterstützung und Kraft geben, um mit seinem inneren Unbehagen kämpfen zu können.

Nur Frauen haben Essstörungen

Männliche Essstörungen wurden immer unterschätzt, da es einen allgemeinen Glauben gibt, dass nur Frauen einen perfekten Körper wollen.  Dieser Glaube ist absolut falsch: Die meisten Männer kümmern sich sehr um ihren Körper, nur auf eine andere Weise als Frauen. In der westlichen Kultur ist schlank sein das Gleiche wie feminine Schönheit, während ein schöner Mann Muskeln und einen sehr gut definierten Körper haben sollte. Aus diesem Grund hat auch in den letzten Jahren ein starker Zuwachs an Essstörungen bei Männern stattgefunden.

Nur Magersucht ist lebensbedrohlich

Das ist ein weit verbreitetes Vorurteil. Aber völlig unwahr. Auch Essstörungen wie Bulimie und Binge-Eating können zum Tode führen. Bei bulimischen Patienten kann der Konsum von Abführmitteln oder Erbrechen langfristig zu einem Herzinfarkt führen – die häufigste Todesursache für diese Betroffenen. Menschen, die an Binge-Eating leiden, haben oft Fettleibigkeit oder Übergewicht, wodurch das Risiko für Herz-Kreislauf-, Nieren- und Lebererkrankungen steigt.

Du kannst nur eine Essstörung haben

Leider kommt es oft vor, dass man aufgrund der einen Essstörung auch schon die nächste bekommen kann. Viele magersüchtige Patienten haben tatsächlich irgendwann auch Bulimie.

Mit einem gesunden Gewicht ist man endlich geheilt

Die Rückkehr zu einem Normalgewicht ist sicherlich ein positiver Aspekt und wichtig für das Wohlbefinden, aber das heißt nicht, dass alles überstanden ist. Ernährungsprobleme wie Binge-Eating, übermäßige Bewegung sowie der ständige Gedanke an sein eigenes Äußeres müssen weiterhin behandelt werden. Es ist immer zu bedenken, dass Essstörungen die Folge eines inneren Unbehagens der Patienten sind. Daher sind auch psychotherapeutische Ansätze notwendig für die weitere Nachbehandlung.

 

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